Skizzenhafte Linienzeichnung eines aufgeschlagenen Buchs vor abstrakten Farbflächen.

Das Genom verstehen

Was ist das Genom, wie funktioniert Vererbung und was ist die Datenschutz-Grundverordnung? Wer etwas tiefer in diese Themen einsteigen möchte, findet hier ergänzende Informationen. 

Was ist das Genom?

Das Genom enthält die gesamte Erbinformation eines Lebewesens. Alle Lebewesen, das heisst Menschen, Tiere, Pflanzen, aber auch Bakterien, besitzen einen solchen Bauplan. Es legt fest, wie das Lebewesen aufgebaut ist, sich entwickelt und wie seine Zellen arbeiten.

Das Genom liegt in jeder Zelle vor. Das bedeutet: Alle Zellen eines Menschen tragen dasselbe Genom, auch wenn sie sehr unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Aufbau der DNA

Die Erbinformation liegt in Form von DNA vor. DNA besteht aus zwei langen Strängen, die miteinander verbunden sind und ineinander gedreht eine Spirale bilden. Diese Struktur wird Doppelhelix genannt und erinnert an eine Wendeltreppe.

Die DNA ist aus vier Bausteinen aufgebaut: den Basen Adenin (A), Thymin (T), Cytosin (C) und Guanin (G). 

Die genaue Reihenfolge dieser Bausteine nennt man DNA-Sequenz. Sie funktioniert wie ein Code, in dem biologische Informationen gespeichert werden. Der größte Teil dieser Sequenz ist bei allen Menschen gleich. Kleine Unterschiede machen jedoch jede Person genetisch einzigartig. 

Chromosomen und Gene

Die DNA-Stränge liegen nicht lose in der Zelle, sondern sind in Chromosomen organisiert. Die DNA ist dabei abschnittsweise um spezielle Proteine gewickelt und weiter verdreht, sodass eine kompakte Struktur entsteht. So passt die sehr lange DNA in den kleinen Zellkern. Sie ist gut geschützt und übersichtlich angeordnet. Je nachdem, wie eng die DNA gepackt ist, können bestimmte Bereiche leichter oder schwerer abgelesen werden. 

Menschen besitzen normalerweise 46 Chromosomen, die in 23 Paaren vorliegen. Dazu gehören 44 sogenannte Autosomen, die die meisten Merkmale steuern, sowie zwei Geschlechtschromosomen (X und Y), die das biologische Geschlecht bestimmen.

Ein kleiner Teil der DNA besteht aus Genen, die Baupläne für Proteine enthalten. Proteine erfüllen viele wichtige Aufgaben: Sie bauen Gewebe auf, transportieren Stoffe und steuern Abläufe im Körper.

Was steckt noch im Genom?

Der größere Teil des Genoms enthält andere Informationen. Einige dieser Bereiche beeinflussen, wann und wie stark Gene aktiv sind. Andere Bereiche tragen zur Struktur der DNA bei oder schützen das Erbgut vor Schäden. Welche Funktionen alle Bereiche genau haben, ist noch nicht vollständig verstanden.

Dank dieser Steuerung können Zellen trotz identischem Genom unterschiedliche Aufgaben übernehmen, je nachdem, welche Informationen sie nutzen. Zum Beispiel: Muskelzellen bewegen Muskeln, Nervenzellen leiten Signale weiter, Leberzellen verarbeiten Stoffe.

Was sind Omics-Daten?

Das Erbgut enthält den Bauplan eines Lebewesens. Es zeigt, welche Möglichkeiten eine Zelle grundsätzlich hat. Diese Information setzt die Zelle um, indem sie Proteine und andere Bausteine herstellt, die verschiedene Aufgaben erfüllen. Dabei reagiert sie ständig auf ihre Umgebung, etwa auf Signale anderer Zellen, Nährstoffe oder Stress. 

Um zu verstehen, wie Zellen arbeiten, wie Krankheiten entstehen oder warum Behandlungen unterschiedlich wirken, reicht der Blick auf die Gene allein nicht aus. Man muss auch sehen, wie die Zelle diese Informationen nutzt.

Hier kommen Omics-Daten ins Spiel: Sie beschreiben zum Beispiel, welche Gene ein- oder ausgeschaltet werden, welche Proteine eine Zelle herstellt und welche anderen Stoffe dabei entstehen. 

Der Begriff Omics bedeutet dabei, dass immer das Ganze betrachtet wird. Forschende untersuchen also beispielsweise nicht einzelne Proteine, sondern möglichst alle, die gerade in der untersuchten Zelle oder im Gewebe vorhanden sind. Welche genau entstehen oder aktiv sind, hängt vom Zelltyp, der Entwicklungsphase und den äußeren Einflüssen ab. 

Erst die Kombination all dieser Informationen macht komplexe Zusammenhänge sichtbar und hilft Forschenden, die dynamischen Abläufe in Zellen und ihr Zusammenspiel besser zu verstehen.

Wichtige Omics-Ebenen
  • Genomik: Untersucht das gesamte Erbgut eines Lebewesens, das Genom. Es besteht aus DNA, die in Form von Chromosomen verpackt ist. Die DNA enthält Gene mit Anleitungen für Proteine sowie weitere Bereiche, die steuern, wie Gene genutzt werden, oder die das Erbgut stabil halten. Jede Zelle eines Lebewesens trägt dasselbe Genom.
  • Epigenomik: Erforscht chemische Markierungen auf der DNA oder den Proteinen, um die die DNA gewickelt ist. Diese Markierungen steuern, welche Gene ein- oder ausgeschaltet werden, ohne das Genom selbst zu verändern. 
  • Transkriptomik: Erfasst alle RNAs in einer Zelle. RNA entsteht, wenn die Zelle ein Gen aus dem Erbgut abliest. RNAs dienen als Arbeitskopien (auch Transkripte genannt) und zeigen, welche Gene in einer Zelle gerade aktiv sind. Einige RNAs dienen als Bauanleitung für Proteine, andere haben steuernde oder strukturelle Aufgaben.
  • Proteomik: Untersucht alle Proteine in einer Zelle oder einem Gewebe. Sie entstehen, wenn die in RNA enthaltenen Informationen übersetzt werden. Proteine übernehmen viele Aufgaben in der Zelle. Sie können zum Beispiel chemische Reaktionen ermöglichen, Stoffe transportieren oder Signale zwischen Zellen weitergeben. 
  • Metabolomik: Untersucht die kleinen Stoffe, die bei den chemischen Prozessen in Zellen entstehen. Anhand dieser Stoffe kann man sehen, was gerade in einer Zelle passiert.
Anwendungen von Omics-Daten

Omics-Daten werden immer wichtiger, um biologische Prozesse besser zu verstehen. 

In der Forschung helfen sie zum Beispiel dabei, Abläufe im Körper genauer zu untersuchen. So kann man neue Verfahren entwickeln, um Krankheiten zu erkennen oder zu behandeln, etwa bei Krebs, in der Neurowissenschaft oder bei Infektionen.

Auch in der medizinischen Versorgung kommen Omics-Daten zunehmend zum Einsatz. Sie unterstützen die personalisierte Medizin, bei der Behandlungen auf die einzelnen Patient*innen zugeschnitten werden. So können die Daten zum Beispiel dabei helfen einzuschätzen, wie gut ein Medikament wirkt oder welche Dosierung am besten passt.

Wie werden Gene reguliert?

Jedes Gen enthält die Bauanleitung für ein bestimmtes Protein. Wenn eine Zelle ein Gen nutzt, wird zunächst eine Kopie des entsprechenden DNA-Abschnitts erstellt. Diese Kopie liegt in Form von RNA vor. Anschließend dient die RNA als Vorlage für die Herstellung eines Proteins.

Alle Zellen besitzen das gleiche Erbgut, nutzen es jedoch unterschiedlich. Welche Gene aktiv sind und wie Informationen umgesetzt werden, wird auf mehreren Ebenen gesteuert – von regulatorischen Elementen im Erbgut bis hin zu Veränderungen an Proteinen.

Auf diese Weise entsteht aus derselben DNA in unterschiedlichen Zellen genau das, was sie jeweils für ihre spezifischen Aufgaben benötigen.

Steuerung direkt im Erbgut

Eine zentrale Rolle spielen steuernde Bereiche im Erbgut. Sie liegen außerhalb der Gene und machen einen großen Teil des Genoms aus. Diese Abschnitte wirken wie Schalter oder Regler: Sie bestimmen, ob, wann und wie stark ein Gen abgelesen wird.

Damit diese Steuerung funktioniert, greifen mehrere Mechanismen ineinander:

  • Steuernde Proteine
    Bestimmte Proteine binden an die steuernden Bereiche im Erbgut und beeinflussen das Ablesen der Gene. Sie können Gene ein- oder ausschalten. Auf diese Weise legen sie fest, welche Informationen eine Zelle nutzt. Welche dieser Proteine vorhanden sind und in welcher Menge, unterscheidet sich je nach Zelltyp.
  • Epigenetik
    Chemische Markierungen befinden sich an der DNA oder den Proteinen, um die die DNA gewickelt ist. Sie beeinflussen, ob Proteine Gene und steuernde Bereiche des Erbguts erreichen. Sind Abschnitte dicht verpackt, können steuernde Proteine dort schlechter binden und Gene schwerer abgelesen werden. Diese Markierungen verändern das Erbgut selbst nicht. Sie können sich im Laufe der Entwicklung oder durch Umweltfaktoren wie Ernährung oder Stress verändern. Außerdem unterscheiden sie sich je nach Zelltyp, sodass verschiedene Zellen unterschiedliche Gene und Steuerbereiche aktiv nutzen können.
Regulation nach dem Ablesen

Auch wenn ein Gen aktiv ist, steht damit noch nicht fest, was am Ende daraus entsteht. Die Zelle kann die Nutzung der genetischen Information noch feiner abstimmen.

  • Bearbeitung der RNA
    Beim Ablesen eines Gens entsteht zunächst eine RNA-Kopie. Diese kann verändert, gekürzt oder in unterschiedlichen Varianten genutzt werden. So kann eine Zelle aus derselben Vorlage verschiedene Varianten eines Proteins herstellen – je nach Bedarf.
  • Kontrolle der Proteinherstellung
    Auch nachdem die RNA hergestellt wurde, kann die Zelle noch regulieren, wie viel Protein daraus entsteht. Kleine Helfer-RNAs unterstützen dabei. Sie beeinflussen zum Beispiel, wie lange eine RNA erhalten bleibt oder wie oft sie zur Herstellung von Proteinen genutzt wird.
  • Veränderungen an Proteinen
    Nach ihrer Herstellung können Proteine weiter angepasst werden. Solche Veränderungen beeinflussen zum Beispiel ihre Stabilität oder ihre Aufgabe in der Zelle.
Warum diese Ebenen wichtig sind

Erst das Zusammenspiel all dieser Steuerungsmechanismen erklärt, wie Zellen trotz identischem Erbgut so unterschiedliche Aufgaben erfüllen können. Diese mehrstufige Regulation ist eine zentrale Grundlage für Entwicklung, Anpassung und Gesundheit. Störungen in diesen Abläufen spielen bei vielen Krankheiten eine Rolle und sind ein wichtiges Thema der modernen Genomforschung.

Wie wird das Erbgut im Labor ausgelesen?

Um das Genom zu verstehen, müssen Forschende die DNA „lesen“. Dabei wird bestimmt, in welcher Reihenfolge die vier Bausteine der DNA (die Basen A, T, C und G) entlang eines DNA-Strangs angeordnet sind. Diese Reihenfolge wird DNA-Sequenz genannt. Mittels Sequenzierung lassen sich entweder gezielt einzelne Gene oder größere Abschnitte der DNA ablesen.

Viele Sequenzierungsmethoden nutzen ein ähnliches Grundprinzip: Ein DNA-Abschnitt wird im Labor abgeschrieben. Während dieses Vorgangs wird erkannt, welcher Baustein an welcher Stelle eingebaut wird. Aus dieser Information lässt sich die Reihenfolge der Basen bestimmen.

Sanger-Sequenzierung

Eine der ersten und lange Zeit wichtigsten Methoden ist die Sanger-Sequenzierung. Dabei wird ein bestimmter DNA-Abschnitt untersucht, zum Beispiel ein einzelnes Gen. Dieser Abschnitt wird im Labor mehrfach abgelesen. Gelegentlich werden spezielle Bausteine eingebaut, die die Kopie absichtlich stoppen. Jeder Stop ist farbig markiert. So entstehen DNA-Stücke unterschiedlicher Länge. Werden diese nach ihrer Größe geordnet, lässt sich aus den farbigen Enden Schritt für Schritt die Abfolge der Basen bestimmen. Die Methode ist sehr genau. Sie eignet sich aber nur für kleine Abschnitte der DNA wie einzelne Gene und ist vergleichsweise langsam.

Hochdurchsatz-Sequenzierung

Moderne Verfahren werden unter dem Begriff Hochdurchsatz-Sequenzierung zusammengefasst. Sie arbeiten deutlich schneller und können viele DNA-Abschnitte gleichzeitig untersuchen.

Dafür wird die DNA zunächst in viele kleine Stücke zerlegt. Ähnlich wie bei der Sanger-Sequenzierung werden diese Stücke mehrfach gelesen. Die bei diesem Verfahren verwendeten Bausteine stoppen aber nicht den Kopiervorgang, sondern erzeugen beim Einbau ein messbares Signal. So lässt sich beim Ablesen fortlaufend erkennen, welcher Baustein an welcher Stelle eingebaut wird.

Bei diesen Verfahren können Millionen DNA-Stücke parallel ausgelesen werden. Computerprogramme setzen die vielen kurzen Sequenzen anschließend wieder zu längeren Abschnitten oder zu einem vollständigen Genom zusammen.

Von einzelnen Genen bis zum ganzen Genom

Sequenzierung kann auf unterschiedliche Bereiche des Erbguts angewendet werden. Welche Methode eingesetzt wird, hängt von der Fragestellung ab.

  • Panel-Sequenzierung liest gezielt eine kleine Auswahl von Genen oder kleinen Abschnitten, von denen bekannt ist, das sie bestimmte Krankheiten auslösen können.
  • Exom-Sequenzierung erfasst alle Bereiche des Genoms, die Bauanleitungen für Proteine enthalten. Diese Abschnitte machen nur einen kleinen Teil des Genoms aus, können aber viele bekannte krankheitsrelevante Veränderungen enthalten.
  • Ganzgenom-Sequenzierung liest das gesamte Genom. Das umfasst auch Bereiche, die keine Anleitung für Proteine enthalten, aber wichtige Steuerfunktionen besitzen. Das vollständige Bild ist besonders nützlich, wenn andere Untersuchungen keine Erklärung geliefert haben.

Die Sequenzierung macht Unterschiede im Erbgut sichtbar. Diese Informationen sind sowohl für die Forschung als auch für die medizinische Versorgung wichtig. Sie helfen, grundlegende Zusammenhänge der Genetik zu erkennen und einzelne Krankheiten besser zu verstehen.

Wie funktioniert Vererbung?

Gene werden von Eltern an ihre Kinder weitergegeben. Dieser Prozess wird Vererbung genannt.

Jeder Mensch erhält je eine Hälfte seines Erbguts von der Mutter und vom Vater. So entsteht bei jedem Kind eine neue Kombination genetischer Informationen.

Viele Eigenschaften unseres Körpers werden auf diese Weise bestimmt, zum Beispiel  äußerliche Merkmale wie Haar- oder Augenfarbe. Auch genetische Veränderungen können weitergegeben werden. Manche haben keine spürbare Auswirkung, andere können eine Rolle bei Krankheiten spielen. 

Der Bauplan unserer Zellen

Zellen im menschlichen Körper enthalten in der Regel 46 Chromosomen, die in 23 Paare angeordnet sind. Die beiden Chromosomen eines Paares tragen die gleichen Gene, also die gleichen Baupläne, nur manchmal in leicht unterschiedlichen Varianten.

Das bedeutet: Von jedem Chromosomen besitzt ein Mensch zwei Kopien. Eine stammt von der Mutter, die andere vom Vater.

Die 23 Paare bestehen aus 22 sogenannten Autosomen, die die meisten Merkmale steuern, und einem Paar Geschlechtschromosomen (XX bei Frauen, XY bei Männern), das das biologische Geschlecht bestimmt.

Wie Gene weitergegeben werden

Bei der Bildung der Keimzellen, also der Eizellen und Spermien, trennen sich die Chromosomenpaare. Jede Keimzelle enthält daher nur 23 Chromosomen, ein Chromosom aus jedem Paar. 

Bei der Befruchtung verschmelzen Eizelle und Spermium. Der entstehende Embryo besitzt wieder 46 Chromosomen: eine Kopie von der Mutter und eine vom Vater.

Welches Chromosomen eines Paares dabei weitergegeben werden, ist weitgehend zufällig. Deshalb entsteht bei jedem Kind eine neue Mischung genetischer Varianten – auch Geschwister können sich folglich genetisch deutlich unterscheiden.

Auf diese Weise werden Merkmale wie Blutgruppe, Augenfarbe oder Größe weitergegeben. Auch genetische Veränderungen im Erbgut der Eltern, die in den Keimzellen auftreten, können vererbt werden. 

Wie genetische Varianten wirken

Ob eine genetische Variante ein Merkmal oder eine Krankheit beeinflusst, hängt davon ab, wie die beiden Kopien eines Gens zusammenwirken.

  • Dominant („bestimmend“): Eine dominante Variante setzt sich immer durch, selbst wenn sie nur einmal vorhanden ist. Sie überdeckt die andere Kopie.
  • Rezessiv („zurücktretend“): Eine rezessive Variante zeigt sich nur, wenn zwei Kopien vorhanden sind – also von Mutter und Vater stammen.

Diese Prinzipien gelten auch für genetische Krankheiten. Mukoviszidose ist ein Beispiel für eine rezessiv vererbte Krankheit: Nur wenn beide Kopien des betroffenen Gens verändert sind, kann die Krankheit auftreten. Menschen mit nur einer veränderten Kopie bleiben gesund, können diese Veränderung aber an ihre Kinder weitergeben. 

Wichtig zu wissen: Diese einfachen Muster erklären viele Fälle, aber Vererbung ist oft komplexer. Viele Eigenschaften, zum Beispiel die Körpergröße, sowie viele Krankheiten entstehen durch das Zusammenspiel vieler Gene. Dadurch lassen sich ihre Auswirkungen oft nicht so einfach vorhersagen.

Genetische Veränderungen, die erst im Laufe des Lebens in einzelnen Körperzellen entstehen, werden dagegen nicht vererbt. Sie können sich zum Beispiel durch Zufall oder durch Umweltfaktoren entwickeln. Diese neuen Veränderungen können die Gesundheit beeinflussen, betreffen aber in der Regel nur diese einzelne Person. 

Wie schützt die Datenschutz-Grundverordnung genetische Daten?

Genetische Daten sind sehr persönliche Informationen. Sie können zum Beispiel Hinweise auf Krankheitsrisiken, Abstammung oder körperliche Merkmale geben. Deshalb werden sie durch die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) besonders geschützt. 

Die DSGVO legt fest, wann und wie solche Daten erhoben, gespeichert und genutzt werden dürfen. Dabei geht es vor allem darum, Ihre Privatsphäre zu schützen und einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen sensiblen Informationen sicherzustellen. 

Was sind personenbezogene Daten?

Genetische Daten können viel über eine Person verraten: zum Beispiel Krankheitsrisiken, Abstammung oder körperliche Merkmale. Außerdem lassen sie sich immer eindeutig einer Person zuordnen, genau wie Fingerabdrücke. Eine Ausnahme bilden lediglich eineiige Zwillinge, die über eine identische DNA verfügen.

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ordnet genetische Daten einer besonderen Kategorie von personenbezogene Daten zu. Zu dieser besonders geschützten Gruppe gehören außerdem:

  • Gesundheits- und biometrische Daten
  • Angaben zur Herkunft
  • Religion oder Weltanschauung
  • Politische Meinung oder Gewerkschaftszugehörigkeit
  • Sexuelle Orientierung

Allen diesen Daten ist gemeinsam, dass sie sehr persönlich sind und bei falscher Nutzung Menschen schaden oder sie benachteiligen könnten, zum Beispiel durch Ausgrenzung oder Diskriminierung. Deshalb dürfen sie nur unter strengen Regeln erhoben, gespeichert oder genutzt werden.

Was ist die Verarbeitung von genetischen Daten?

Zur Verarbeitung gehören alle Schritte, bei denen mit genetischen Daten gearbeitet wird: vom Sammeln über das Speichern bis hin zur Auswertung. Die DSGVO legt genau fest, in welchen Fällen genetische Daten verarbeitet werden dürfen.

Am häufigsten geschieht dies mit der ausdrücklichen Einwilligung der betroffenen Person. Das bedeutet, dass sie vorher verständlich informiert und aktiv zustimmt.

In bestimmten Fällen dürfen genetische Daten auch ohne Zustimmung verarbeitet werden, wenn dies für die Allgemeinheit wichtig ist, zum Beispiel bei der Bekämpfung einer Pandemie.

Was ist die DSGVO?

Die DSGVO gilt seit 2018 und legt fest, wie Unternehmen, Behörden und andere Organisationen mit personenbezogenen Daten umgehen müssen. Sie gilt immer dann, wenn Daten von Menschen in der Europäischen Union (EU) verarbeitet werden. Selbst Organisationen außerhalb der EU müssen die Regeln einhalten, wenn sie Daten von Menschen in der EU nutzen.

Die DSGVO folgt einigen Grundregeln, die sicherstellen sollen, dass persönliche Daten verantwortungsvoll behandelt werden. Dazu gehören:

  • Rechtmäßig und transparent: Daten dürfen nur gesammelt werden, wenn es dafür einen klaren Grund gibt, und die betroffene Person muss wissen, was mit ihren Daten passiert.
  • Nur für einen bestimmten Zweck: Daten dürfen nur dafür gesammelt und genutzt werden, wofür sie vorgesehen sind.
  • So wenig wie nötig: Es dürfen nur die Daten erhoben werden, die wirklich gebraucht werden.
  • Aktuell und korrekt: Daten müssen richtig sein und bei Änderungen aktualisiert werden.
  • Nicht länger speichern als nötig: Daten dürfen nicht unbegrenzt gespeichert werden.
  • Sicher schützen: Daten müssen vor unbefugtem Zugriff oder Verlust geschützt werden.
  • Nachweisbarkeit: Organisationen müssen zeigen können, dass sie die Regeln einhalten.

Lesen Sie hier den ganzen Gesetzestext der DSGVO.

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