Zwei Forscherinnen sitzen vor einem Bildschirm mit Diagrammen und Grafiken, eine zeigt mit einem Stift auf den Bildschirm.
© Universität des Saarlandes/Thomas Hentrich

Grundlage für den Fortschritt

Was steckt im Erbgut, und wie beeinflusst es Gesundheit und Krankheit? Die Genomforschung untersucht, wie genetische Informationen genutzt werden und wie daraus medizinisches Wissen entsteht – Schritt für Schritt und mit der Beteiligung vieler Menschen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Genomforschung untersucht das gesamte Erbgut und wie es genutzt wird. Weit über einzelne Gene hinaus.
  • Dank neuer Technologien können Genome heute schneller, genauer und umfassender untersucht werden.
  • Die Forschung erzeugt große Datenmengen, die mit Bioinformatik und KI ausgewertet werden.
  • Erkenntnisse aus der Genomforschung entstehen Schritt für Schritt und über Generationen hinweg.
  • Die Ergebnisse helfen dabei, neue Möglichkeiten für Diagnosen und Behandlungen zu entwickeln.

Was ist Genomforschung?

Was macht uns zu dem, was wir sind? Warum unterscheiden sich Menschen im Aussehen, aber auch in Gesundheit und Krankheit?

Jedes Lebewesen - ob Mensch, Tier, Pflanze oder Bakterium - trägt ein individuelles Erbgut in sich. Dieses sogenannte Genom steuert, wie ein Lebewesen aufgebaut ist, sich entwickelt und funktioniert.

Die Genomforschung untersucht, welche Informationen im Erbgut gespeichert sind und wie sie genutzt werden. Dabei geht es um grundlegende Fragen, etwa wie Zellen arbeiten und wie das Erbgut auf Umweltfaktoren reagiert. Gleichzeitig schaut die Forschung, wie sich das Erbgut von Menschen unterscheidet und welche Rolle diese Unterschiede für Gesundheit und Krankheit spielen.

Ein wichtiger Meilenstein war die Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Heute wissen wir, wie das Erbgut des Menschen und vieler anderer Lebewesen aufgebaut ist und wie man es auslesen kann.

Dabei reicht es nicht aus, das Genom nur zu „lesen“. Viele Bereiche wirken nicht für sich allein, sondern entfalten ihre Bedeutung erst im Zusammenspiel mit anderen Bereichen des Erbguts. Für viele Abschnitte ist noch unklar, welche Aufgaben sie genau haben.

Die zentrale Herausforderung der heutigen Genomforschung ist es daher, zu verstehen, welche Abschnitte im Genom aktiv sind, wie sie zusammenarbeiten und wie sie gemeinsam Abläufe im Körper steuern. Forschende aus verschiedenen Fachrichtungen wie Biologie, Medizin und Bioinformatik arbeiten dabei eng zusammen, um diese komplexen Zusammenhänge zu erfassen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Genomforschung untersucht das gesamte Erbgut und wie es genutzt wird. Weit über einzelne Gene hinaus.
  • Dank neuer Technologien können Genome heute schneller, genauer und umfassender untersucht werden.
  • Die Forschung erzeugt große Datenmengen, die mit Bioinformatik und KI ausgewertet werden.
  • Erkenntnisse aus der Genomforschung entstehen Schritt für Schritt und über Generationen hinweg.
  • Die Ergebnisse helfen dabei, neue Möglichkeiten für Diagnosen und Behandlungen zu entwickeln.

Was ist Genomforschung?

Was macht uns zu dem, was wir sind? Warum unterscheiden sich Menschen im Aussehen, aber auch in Gesundheit und Krankheit?

Jedes Lebewesen - ob Mensch, Tier, Pflanze oder Bakterium - trägt ein individuelles Erbgut in sich. Dieses sogenannte Genom steuert, wie ein Lebewesen aufgebaut ist, sich entwickelt und funktioniert.

Die Genomforschung untersucht, welche Informationen im Erbgut gespeichert sind und wie sie genutzt werden. Dabei geht es um grundlegende Fragen, etwa wie Zellen arbeiten und wie das Erbgut auf Umweltfaktoren reagiert. Gleichzeitig schaut die Forschung, wie sich das Erbgut von Menschen unterscheidet und welche Rolle diese Unterschiede für Gesundheit und Krankheit spielen.

Ein wichtiger Meilenstein war die Entschlüsselung des menschlichen Genoms. Heute wissen wir, wie das Erbgut des Menschen und vieler anderer Lebewesen aufgebaut ist und wie man es auslesen kann.

Dabei reicht es nicht aus, das Genom nur zu „lesen“. Viele Bereiche wirken nicht für sich allein, sondern entfalten ihre Bedeutung erst im Zusammenspiel mit anderen Bereichen des Erbguts. Für viele Abschnitte ist noch unklar, welche Aufgaben sie genau haben.

Die zentrale Herausforderung der heutigen Genomforschung ist es daher, zu verstehen, welche Abschnitte im Genom aktiv sind, wie sie zusammenarbeiten und wie sie gemeinsam Abläufe im Körper steuern. Forschende aus verschiedenen Fachrichtungen wie Biologie, Medizin und Bioinformatik arbeiten dabei eng zusammen, um diese komplexen Zusammenhänge zu erfassen.

Was ist das Genom?

Das Genom ist die gesamte Erbinformation eines Menschen oder eines anderen Lebewesens. Es bildet die Grundlage dafür, wie der Körper aufgebaut ist und arbeitet.

Diese Information liegt in jeder Zelle als DNA vor. Die DNA ist wie eine lange Kette aus Abschnitten. Einige dieser Abschnitte nennt man Gene. Sie enthalten konkrete Baupläne für Proteine, die wichtige Aufgaben im Körper erfüllen. Andere Abschnitte steuern, ob, wann und wie stark diese Informationen abgelesen werden. Erfahren Sie mehr über den Aufbau des Genoms.

Alle Zellen tragen dasselbe Genom, nutzen jedoch nur einen Teil der darin enthaltenen Informationen. So können sie unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Einfach gesagt: Eine Muskelzelle verwendet andere Teile der genetischen Anleitung als zum Beispiel eine Nervenzelle.

Wer mehr über Grundbegriffe der Genetik wie DNA und Genom erfahren möchte, findet Antworten im GHGA Podcast ABC der Genetik

Meilensteine der Genomforschung

Was wir heute über Gene und das menschliche Erbgut wissen, ist das Ergebnis einer langen Forschungsgeschichte. Der Zeitstrahl zeigt die zentralen Entdeckungen und technischen Fortschritte im letzten Jahrhundert, von den Anfängen der Genomforschung bis zur modernen Genommedizin.

Genomforschung: Ein weites Feld

Die Genomforschung beschäftigt sich mit vielen grundlegenden Fragen des Lebens, von den normalen Abläufen in Zellen bis hin zu Veränderungen im Alter oder bei Krankheiten. Beispiele dafür sind:

  • Entwicklung: Wie steuert das Erbgut die Entwicklung eines Lebewesens?
  • Zellfunktion: Wie erfüllen Zellen ganz unterschiedliche Aufgaben, obwohl sie das gleiche Erbgut enthalten?
  • Genetische Varianten: Welche Unterschiede gibt es im Genom zwischen Menschen und wie wirken sie sich aus?
  • Krankheitsverlauf: Warum verlaufen Krankheiten bei verschiedenen Menschen unterschiedlich?
  • Umwelt und Medikamente: Weshalb reagieren Menschen verschieden auf Umweltfaktoren oder Behandlungen?

Die Antworten auf diese Fragen helfen, unseren Körper und die biologischen Abläufe darin besser zu verstehen. Oft steht dabei zunächst keine konkrete Krankheit im Fokus, sondern das grundlegende Zusammenspiel biologischer Abläufe. Dieses Wissen kann später wichtige Ansatzpunkte für genauere Diagnosen und neue Behandlungen liefern.

Forschung über den Menschen hinaus

Nicht alle Fragen lassen sich direkt am Menschen untersuchen. Einige Zellen oder Gewebe sind schwer zugänglich. Andere Untersuchungen sind aus ethischen Gründen nicht möglich. Manche Studien erfordern auch Beobachtungen über mehrere Generationen. Das würde beim Menschen zu lange dauern. Deshalb arbeitet die Genomforschung auch mit Tiermodellen wie Mäusen, Fruchtfliegen oder Zebrafischen.

Die Ergebnisse lassen sich häufig auf den Menschen übertragen. Sie helfen, grundlegende biologische Abläufe und Krankheiten besser zu verstehen.

Auch Pflanzen spielen in der Genomforschung eine wichtige Rolle. Sie zeigen beispielsweise, wie sich Lebewesen an Umweltveränderungen anpassen. Dieses Wissen ist wichtig für Landwirtschaft, Ernährung und den Umgang mit dem Klimawandel.

Die Facetten der Genomforschung

Die Genomforschung ist vielfältig. Hier erhalten Sie einen Überblick über zentrale Forschungsbereiche und weiterführende Informationen.

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Mehr als Gene: Das Zusammenspiel entscheidet

Lange Zeit standen einzelne Gene im Mittelpunkt der Forschung. Heute weiß man: Gene wirken nicht allein. Sie stehen im engen Austausch mit anderen Bereichen des Erbguts und mit dem aktuellen Zustand der Zelle.

Nur ein kleiner Teil des menschlichen Erbguts besteht aus Genen. Viele andere Bereiche übernehmen wichtige Steuerungsaufgaben. Sie beeinflussen, ob, wann und wie stark ein Gen aktiv ist. So kann dieselbe Erbinformation in unterschiedlichen Zelltypen ganz verschieden genutzt werden.

Doch selbst der Blick auf das gesamte Genom und seine Steuerung erklärt noch nicht vollständig, was in Zellen tatsächlich geschieht. Dafür braucht es weitere Informationen: etwa darüber, welche Proteine gebildet werden oder welche Stoffwechselprozesse ablaufen.

Von einzelnen Genen zum Gesamtbild

Deshalb betrachtet die moderne Genomforschung das große Ganze: Sie untersucht nicht nur Gene, sondern auch, wie genetische Informationen genutzt werden und gemeinsam das Verhalten von Zellen prägen. So wird sichtbar, wie sich Zellen verändern, etwa bei Krankheiten. Dieses Wissen hilft auch, Unterschiede zwischen Menschen besser zu verstehen. Langfristig kann es dazu beitragen, die Versorgung besser auf einzelne Patient*innen abzustimmen.

Erfahren Sie mehr darüber, wie Forschende untersuchen, was Zellen steuert und wie sie funktionieren. 

Wie entsteht neues Wissen in der Forschung?

Genomforschung: Wie kann man sich das eigentlich vorstellen? Von der ersten Frage über Versuche im Labor bis zur Arbeit am Computer: Hier erfahren Sie, wie aus Proben und Daten Schritt für Schritt neue Erkenntnisse entstehen.

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Genomforschung ist Generationenaufgabe

Viele Patient*innen fragen sich, warum neue Erkenntnisse aus der Forschung nicht schneller in der Versorgung ankommen. Die Antwort liegt in der Art und Weise, wie Wissen entsteht und wächst.

Forschung verläuft Schritt für Schritt. Jede Entdeckung erweitert das Verständnis und schafft die Grundlage für den nächsten Schritt. Von der ersten Erkenntnis im Labor bis zur Anwendung in der Versorgung vergehen daher oft viele Jahre.

Verstehen um zu handeln

Am Anfang steht das grundlegende Verständnis. Forschende wollen herausfinden, wie Zellen arbeiten, welche Rolle das Erbgut dabei spielt und was sich bei Krankheiten verändert. So werden Zusammenhänge sichtbar, zum Beispiel ob bestimmte genetische Varianten Abläufe im Körper beeinflussen oder das Risiko für Erkrankungen erhöhen.

Nicht jede Entdeckung führt sofort zu neuen Tests oder Behandlungen. Viele Erkenntnisse sind zunächst theoretisch. Sie sind aber trotzdem entscheidend, damit spätere medizinische Anwendungen sicher und gezielt entwickelt werden können.

Wissen erweitern und prüfen

Auf das grundlegende Verständnis baut der nächste Schritt auf. Nun prüfen Forschende, ob sich daraus konkrete medizinische Anwendungen entwickeln lassen. Dazu gehören etwa neue genetische Tests, die Diagnosen unterstützen, oder gezieltere Behandlungsansätze. 

Dieser Übergang braucht Zeit. Neue Ansätze müssen sorgfältig weiterentwickelt und getestet werden. Nicht jede Idee lässt sich umsetzen. Manchmal zeigt sich, dass ein Ansatz nicht funktioniert oder noch angepasst werden muss.

Vom Forschungsergebnis zur Anwendung

Bevor neue Methoden oder Medikamente tatsächlich in die Versorgung gelangen, werden sie umfassend getestet. In klinischen Studien wird überprüft, wie wirksam und sicher neue Methoden sind und welche Nebenwirkungen auftreten können. Erst dann fließen neue Erkenntnisse schrittweise in die Versorgung ein.

Ein langfristiger Prozess mit Blick nach vorn

Menschen, die ihre Proben oder genetischen Daten der Forschung zur Verfügung stellen, leisten einen wichtigen Beitrag. Oft profitieren nicht sie selbst, sondern zukünftige Patient*innen von diesem Wissen.

Genomforschung ist deshalb eine Aufgabe mit langem Atem und ein gemeinsamer Weg, bei dem heutige Erkenntnisse die Grundlage für die Medizin von morgen schaffen.

Technologie sorgt für Beschleunigung

Fortschritte in der Genomforschung sind ohne technische Entwicklungen kaum vorstellbar. Zwar begann die Geschichte der Genetik schon vor mehr als 150 Jahren mit der Entdeckung des Erbguts. Doch erst die technischen Neuerungen der vergangenen 20 Jahre haben das Tempo in der Forschung deutlich erhöht.

Mehr Information in kürzerer Zeit

Ein zentraler Wendepunkt war die Hochdurchsatz-Sequenzierung. Seit etwa 2005 ist es möglich, große Teile des Erbguts parallel auszulesen. Damit entstehen in kurzer Zeit deutlich mehr Daten als zuvor. Zum Vergleich: Für das erste vollständige Auslesen des menschlichen Erbguts im Rahmen des Humangenomprojekts waren rund 13 Jahre Arbeit von tausenden Forschenden nötig. Heute kann man ein Genom innerhalb weniger Stunden oder Tage untersuchen, zu deutlich geringeren Kosten.

Dadurch hat sich die Forschung stark verändert: Dank des geringeren Aufwands sind umfassende Sequenzierungen heute in mehr Laboren möglich und damit breiter verfügbar. Gleichzeitig stehen Forschenden viel mehr Möglichkeiten offen. Je nach Fragestellung können sie gezielt einzelne Gene, größere Abschnitte oder das gesamte Genom betrachten.

Erfahren Sie mehr darüber, wie das Erbgut ausgelesen werden kann.

 

Moderne Methoden eröffnen neue Möglichkeiten

Fortschritt zeigt sich nicht nur in der Geschwindigkeit und Menge der erzeugten Daten. Auch der Umgang mit Proben hat sich verändert. Moderne Verfahren erlauben es beispielsweise, selbst sehr kleine oder empfindliche Proben zuverlässig zu untersuchen. So können heute Materialien genutzt werden, die früher nicht ausreichten, etwa winzige Gewebeproben oder einzelne Zellen.

Viele Arbeitsschritte werden automatisiert, was Abläufe schneller, genauer und weniger fehleranfällig macht. Gleichzeitig verbessert sich dadurch die Qualität der Ergebnisse deutlich. Neue Verfahren eröffnen außerdem weitere Möglichkeiten: Zum Beispiel lassen sich Genom und Transkriptom aus der gleichen Zelle erfassen und direkt vergleichen.

Diese Weiterentwicklungen machen die Forschung breiter, präziser und zugänglicher.

Erfahren Sie mehr darüber, wie aus Proben Daten entstehen.

Daten sinnvoll nutzen

Der menschliche Körper liefert eine enorme Menge an Informationen. Alleine das Auslesen des menschlichen Genoms ergibt je nach Methode und Detailtiefe bis zu 200 Gigabyte. Das entspricht etwa 40 Spielfilmen.

Um diese Datenmengen zu speichern, zu ordnen und auszuwerten, arbeiten Bioinformatiker*innen mit leistungsfähigen Computern und speziellen Programmen. Sie vergleichen die Informationen, suchen nach Mustern und Zusammenhängen und machen so die Erkenntnisse aus der Genomforschung nutzbar.

Erfahren Sie hier darüber, wie aus Daten Erkenntnisse werden.

Lernen aus großen Datenmengen

Zunehmend kommt auch Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz. KI-Systeme können aus großen Datenmengen lernen und Muster erkennen, die für Menschen schwer oder nur langsam zu erkennen sind. Der breite Einsatz steht noch am Anfang. Erste Anwendungen zeigen aber bereits, wie KI die Forschung unterstützen kann, zum Beispiel bei der Einschätzung genetischer Risiken oder bei der Einordnung von genetischen Varianten.

Erfahren Sie mehr darüber, wie künstliche Intelligenz helfen kann, seltene genetische Varianten zu verstehen.

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